Produktion

Die Ettaler Destillerie nutzt noch alle Arten der Extraktionsmöglichkeiten: Destillation, Mazeration, Digeration und Perkolation. Das sind die Möglichkeiten, aus denen pharmakologische Substanzen aus Pflanzen gewonnen werden können. Die Destillerie steht in der Tradition der „alten Ettaler Apotheke“ (von der leider keine wesentlichen Bücher mehr vorhanden sind aufgrund der Säkularisation). Als erstes muss gesagt werden, dass in allen Ettaler Produkten, die die Destillerie verlassen, keine Aromastoffe, keine Farbstoffe oder ähnliche Zusätze und keine genmanipulierten Pflanzen, gleich welcher Art enthalten sind.

Es werden nur ausgesuchte Kräuter, Samen, Früchte und Wurzeln verwendet, die zum Teil vom jetzigen Frater Destillateur noch mit Hand ausgesammelt werden. Oberstes Gebot ist Qualität, das reinste, das möglichst Beste aus den pflanzlichen Substanzen, bei Wahrung der ökologischen Grundsätze, zu gewinnen. Es werden die Kräuter aus den verschiedensten Provinzen eingekauft und vom Frater Destillateur aufs Genaueste geprüft.

In der Destillation werden aus den Kräutern nur die ätherischen Öle in alkohol-wässriger Basis gewonnen, die dann zu Liqueur verarbeitet werden. In der Mazeration werden die Kräuter in Alkohol eingelegt (eine Frage der Prozente – Geheimnis des Frater Destillateurs), Lege Artis behandelt, koliert, um als Reinsubstanz weiterverarbeitet zu werden. Die Digeration stellt eine Mazeration dar, in der temporär thermische Einflüsse genutzt werden. Die Perkolation stellt eine Extraktion der Pflanzen dar, in der alles aus der Pflanze gewonnen wird.

Dazu werden die Pflanzen oder deren Teile subtil zerkleinert, gesiebt, angeschlagen (d.h. auf die Feuchtigkeit der Frischpflanzen gebracht mit ethanol-wässriger Lösung), worauf sie in dem Perkolator eingebracht und dann mit ethanol-wässriger Lösung übergossen langsam perkoliert werden. Damit ist gemeint, dass unter dem Perkolator ein Hahn angebracht ist, der bei der Füllung offensteht und dann so weit geschlossen wird, dass sich nur eine sehr geringe Menge davon entweichen kann. Das Ganze nennt man auch „erschöpfende Perkolation“. Damit ist gemeint, dass sich nach dem Prozess keine Wirkstoffe mehr in den Pflanzenrückständen befinden, die in der vorliegenden Ethanolzahl noch lösbar wären.

Unsere Empfehlung: Alle Ettaler Liqueure und Schnäpse sollten bei Zimmertemperatur genossen werden, denn hier entwickeln sie die wunderbaren Düfte der Kräuter und Früchte.